Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichen

Jeder 4 Arbeitnehmer kann seine erlernte Tätigkeit nicht bis zu seiner Altersrente ausüben. Gegen den entstehenden Einkommensverlust schützt eine Berufsunfähigkeitsversicherung .

Zum Schutz Ihres Vermögens und Ihres Einkommens ist es durchaus ratsam die wesentlichsten privaten Risiken Versicherer  zu übertragen.

Jeder 4 Arbeitnehmer kann seine erlernte Tätigkeit nicht bis zu seiner Altersrente ausüben. Gegen den entstehenden Einkommensverlust schützt eine Berufsunfähigkeitsversicherung .

Zum Schutz Ihres Vermögens und Ihres Einkommens ist es durchaus ratsam die wesentlichsten privaten Risiken Versicherer  zu übertragen.

  • Gesetzliche Rahmenbedingungen
    • 1.1 Volle Erwerbsminderung / Erwerbsminderungsrente
    • 1.2 Teilweise Erwerbsminderung / halbe Erwerbsminderungsrente
    • 1.3 Keine Erwerbsminderung
    • 1.4 Besteuerung und Sozialabgaben der Erwerbsminderungsrente
    • 1.5 Voraussetzungen für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente
      • 1.5.1 Medizinische Voraussetzungen
      • 1.5.2 Versicherungsrechtliche Voraussetzungen
      • 1.5.3 Zuverdienst
    • 1.6 Ursachen für Erwerbsminderung
  • 2 Die Versorgungslücke in der Berufsunfähigkeit
  • 3 Definition Berufsunfähigkeit
    • 3.1 Definition der versicherten Tätigkeit
      • 3.1.1 Welcher Beruf ist für die Prüfung der Berufsunfähigkeit maßgebend?
      • 3.1.2 Was geschieht, wenn die versicherte Person aus dem Berufsleben ausgeschieden ist?
      • 3.1.3 Welcher Beruf ist bei Mutterschutz und Elternzeit maßgeblich?
  • 4 Leistungsauslöser in der Berufsunfähigkeit
    • 4.1 Krankheit
    • 4.2 Körperverletzung
    • 4.3 Kräfteverfall
      • 4.3.1 Was versteht man unter einem mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall?
      • 4.3.2 Unterscheidet sich in der Regulierung der (einfache) Kräfteverfall vom altersentsprechenden Kräfteverfall?
    • 4.4 Pflegebedürftigkeit
    • 4.5 Arbeitsunfähigkeit
    • 4.6 Berufsverbot
      • 4.6.1 Infektionsklausel
      • 4.6.2 Loss-of-License-Klausel
    • 4.7 Ursachen für Berufsunfähigkeit
  • 5 Steuerliche Behandlung BU in den 3 Schichten
  • 6 Verweisungsrecht
    • 6.1 Abstrakte Verweisung
    • 6.2 Konkrete Verweisung
    • 6.3 Unterscheidung abstrakte und konkrete Verweisung
  • 7 Anbieter
  • 8 Abgrenzung zu anderen Risikoprodukten
    • 8.1 Produkteinordnung
  • 9 Spezialvergleich Gesetzliche Rahmenbedingungen

    Der Staat hilft nicht mehr bei Berufsunfähigkeit.Für alle, die nach dem 01.01.1961 geboren sind, besteht kein Berufsunfähigkeitsschutz mehr. Es gibt lediglich noch die magere Erwerbsminderungsrente.

    Vorsicht: Erwersbminderungsrente bedeutet:

    • Ihre berufliche Qualifikation spielt keine Rolle
    • Ausschlaggebend ist das Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in irgendeiner Tätigkeit
    • Sie können auf eine einfache, deutlich schlechter bezahlte Tätigkeit verwiesen werden
    Die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung im Detail

    Die verminderte Erwerbsfähigkeit bezeichnet einen krankheits- bzw. behinderungsbedingten physischen bzw. psychischen Zustand, der die Fähigkeit eines Menschen einschränkt, seinen Lebensunterhalt mit der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit zu verdienen. Die DRV unterscheidet zwei Arten von Erwerbsminderung: Die volle und die teilweise Erwerbsminderung.

    Volle Erwerbsminderung / Erwerbsminderungsrente

    Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. (§ 43 Abs. 2, Satz 2 SGB V)...

    Leistung aus der GRV: ca.34% des letzten Bruttoeinkommens

    Teilweise Erwerbsminderung / halbe Erwerbsminderungsrente

    Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zwischen drei und sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein“ (§ 43 Abs. 1, Satz 2 SGB VI)... Für die künftige Leistungsbeurteilung ist somit lediglich die Frage entscheidend, ob der Versicherte unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarkts im Rahmen einer 5-Tage-Woche eine wie auch immer geartete Tätigkeit ausüben kann. Ausbildung, Erfahrung und sozialer Status werden demnach, abgesehen von der Vertrauensschutzregelung für vor dem 02.01.1961 geborene Versicherte, nicht berücksichtigt.

    Leistung aus der GRV: ca.17% des letzten Bruttoeinkommens

    Keine Erwerbsminderung

    Nicht erwerbsgemindert ist, wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann; dabei ist die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen. (§ 43 Abs. 3 SGB VI)...

    Keine Erwerbsminderung.PNG
    Besteuerung und Sozialabgaben der Erwerbsminderungsrente
    Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG...

    Der Bezug der Erwerbsminderungsrente löst die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) aus, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Für den Krankenversicherungsbeitrag, der auf die Rente erhoben wird, gilt der für alle Krankenkassen geltende allgemeine Beitragssatz. Der Beitrag zur Pflegeversicherung bemisst sich nach dem einheitlichen Beitragssatz für die Pflegeversicherung der Rentner. Der Rentenversicherungsträger trägt die Hälfte des Beitrags für die KVdR, der sich nach Abzug des Sonderbeitrags von aktuell 0,9 Beitragssatzpunkte vom allgemeinen Beitragssatz auf die Rente ergibt.

    In der Arbeitslosenversicherung sind Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung unter bestimmten Voraussetzungen versicherungspflichtig (§ 26. Abs. 2 Nr. 3 SGB III)...

    Voraussetzungen für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente
    Medizinische Voraussetzungen

    Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung sind erfüllt, wenn wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr mindestens sechs Stunden täglich gearbeitet werden kann, und zwar nicht nur in der bisherigen, sondern in allen Tätigkeiten. Geprüft wird durch die GRV anhand ärztlicher Unterlagen und ggf. sogar durch Gutachten. Je nach Umfang (Dauer der täglichen Erwerbsfähigkeit) erfolgt eine Einstufung in teilweise erwerbsgemindert oder voll erwerbsgemindert.

    Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

    Neben den medizinischen sind außerdem folgende versicherungsrechtliche Voraussetzungen erforderlich:

    • Erfüllung der allgemeinen Wartezeit (mindestens fünf Jahre versichert)
    • In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung)
    Für die Wartezeit zählen mit:
    • Beitragszeiten (Pflichtbeitragszeiten, unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel auch Zeiten des Bezuges von Krankengeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II – vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2010 – oder Übergangsgeld, Zeiten der Kindererziehung, Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege, freiwillige Beitragszeiten),
    • Ersatzzeiten (zum Beispiel Zeiten der politischen Verfolgung in der DDR),
    • Zeiten aus einem Versorgungsausgleich bei Scheidung,
    • Zeiten aus Zuschlägen für eine geringfügige Beschäftigung (vor 2013 versicherungsfreier 400EuroJob, ab 2013 von der Versicherungspflicht befreiter 450EuroJob),
    • Zeiten aus einem Rentensplitting.

    Unter bestimmten Voraussetzungen ist die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren vorzeitig erfüllt. Das ist der Fall, wenn

    • aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, einer Wehrdienst oder Zivildienstbeschädigung oder wegen politischen Gewahrsams eine Erwerbsfähigkeitsminderung vorliegt.

    Grundsätzlich genügt schon ein einziger Beitrag zur Rentenversicherung, bei einem Arbeitsunfall beziehungsweise Eintritt einer Berufskrankheit jedoch nur, wenn zum Zeitpunkt des Unfalls oder der Erkrankung Versicherungspflicht bestand; anderenfalls müssen mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten zwei Jahren entrichtet worden sein.

    • vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung die volle Erwerbsminderung eingetreten ist und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt wurde. Der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung verlängert sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres, längstens jedoch um sieben Jahre.
    Zuverdienst

    Wird eine Rente wegen Erwerbsminderung gezahlt, dürfen Sie daneben weitere Einkünfte erzielen. Dabei gilt es jedoch, einige Regeln zu beachten. Andernfalls kann die Rente gekürzt werden oder sogar ganz ruhen.

    Soll der Anspruch auf die Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung nicht verfallen, müssen bestimmte Einkommenshöchstgrenzen einhalten werden. Arbeitsverdienst, Arbeitseinkommen aus einer selbständigen Tätigkeit und vergleichbares Einkommen sowie bestimmte Sozialleistungen können zur Verringerung oder sogar zum Wegfall der Rentenzahlung führen.

    Entscheidend sind:
    • Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen, vergleich bares Einkommen (zum Beispiel Vorruhestandsgeld) und bestimmte Sozialleistungen sowie
    • Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung
    Außen vor bleiben:
    • der Verdienst, als Pflegeperson von einem Pflegebedürftigen, sofern der Verdienst das übliche Pflegegeld nicht übersteigt,
    • der Verdienst, den Behinderte in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen oder in anderen beschützenden Einrichtungen erzielen. Einkommen aus einem sogenannten Integrationsprojekt wird jedoch angerechnet.
    Ursachen für Erwerbsminderung

    Der Anteil der Ursachen aufgrund Herz- und Kreislauferkrankungen ist in den letzten Jahren zurückgegangen, während die psychischen Erkrankungen stark zugenommen haben, sodass diese die Hauptursache für die Leistung aus der Erwerbsminderungsrente darstellen.

    Ursachen für Erwerbsminderung.png

    Die Versorgungslücke in der Berufsunfähigkeit

    Gesetzliche Versorgung

    Gesetzliche Versorung 1.PNG Gesetzliche Versorung 2.PNG

    Definition Berufsunfähigkeit

    Marktübliche Definition der Berufsunfähigkeit: „Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, außerstande oder bereits 6 Monate außerstande gewesen ist, ihren Beruf auszuüben.“

    Definition der versicherten Tätigkeit

    Es ist immer die zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalles ausgeübte Tätigkeit versichert. Diese Regelung ist in Anbetracht immer häufiger vorkommender Berufswechsel flexibel. Sie passt sich an geänderte Lebensumstände der versicherten Person an.

    Welcher Beruf ist für die Prüfung der Berufsunfähigkeit maßgebend?

    Maßgebend für die Prüfung der Berufsunfähigkeit ist der zuletzt ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war. Ausnahme: Der Beruf wurde leidensbedingt (also aus gesundheitlichen Gründen) geändert. In diesem Fall ist für die Frage, ob Berufsunfähigkeit vorliegt, der vor Eintritt des Leidens ausgeübte Beruf maßgebend.

    Was geschieht, wenn die versicherte Person aus dem Berufsleben ausgeschieden ist?

    Grundsätzlich wird bei der BU-Prüfung auf den zuletzt ausgeübten Beruf abgestellt. Ausnahme: Bei Personen, die bewusst und gewollt dauerhaft (mehr als 3 Jahre) aus dem Berufsleben ausgeschieden sind (z.B. Aussteiger, Aufgabe des Berufs zwecks Aufnahme eines Studiums), wird bei der BU-Prüfung nicht auf den zuletzt ausgeübten Beruf abgestellt. Stattdessen wird eine Tätigkeit zugrunde gelegt, die von der versicherten Person aufgrund ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeübt werden kann und die der Lebensstellung zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Berufsleben entspricht. Hintergrund dieser Regelung ist, dass die versicherte Person, die dauerhaft, bewusst und gewollt, aus dem Berufsleben ausgeschieden ist, keinen Beruf mehr innehat. Diese Fälle sind in der Praxis sehr selten.

    Welcher Beruf ist bei Mutterschutz und Elternzeit maßgeblich?
    Mutterschutz und Elternzeit sind eine vorübergehende Unterbrechung des Berufs. Es gilt dann im Falle einer Schadenmeldung der vor der Unterbrechung ausgeübte Beruf, ebenso gilt auch, wenn wegen eines zweiten Kindes die Elternzeit länger als drei Jahre andauert.
    Leistungsauslöser in der Berufsunfähigkeit
    Krankheit

    Krankheit im Sinne der Berufsunfähigkeitsversicherung ist jeder körperliche oder geistige Zustand, der vom normalen Gesundheitszustand so stark und so nachhaltig abweicht, dass er geeignet ist, die berufliche Leistungsfähigkeit oder die berufliche Einsatzmöglichkeit dauerhaft auszuschließen oder zu beeinträchtigen. Dabei kommt es nicht auf die Sicht der versicherten Person, sondern allein auf die medizinische Diagnose eines (objektiv) regelwidrigen Gesundheitszustandes an.

    Körperverletzung

    Körperverletzungen sind Beeinträchtigungen der körperlichen Unversehrtheit und physisch oder psychisch bedingte Störungen der inneren Lebensvorgänge.

    Kräfteverfall

    Kräfteverfall bedeutet ein Nachlassen der körperlichen oder geistigen Kräfte, wobei es nicht darauf ankommt, wie die versicherte Person ihre Leistungsfähigkeit erkennt oder einschätzt. Gemeint ist immer, wie § 172 Abs. 2 VVG klarstellt, ein nicht altersbedingter Kräfteverfall. Dies ergibt sich auch aus dem Zusammenhang mit den anderen Ursachen. Auch ist für den durchschnittlichen Versicherten erkennbar, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht den allgemeinen (= jeden treffenden) Kräfteverfall versichern will, sondern nur den unvorhersehbar eintretenden, also nicht mehr altersgemäßen Verfall. Maßstab für den Nachweis des übermäßigen Kräfteverfalls ist nicht, was ein durchschnittlicher Versicherter im selben Alter und im selben Beruf leisten kann, sondern nur, was ein durchschnittlicher Versicherter im selben Alter noch leisten kann.

    Beispiel Altersentsprechender Kräfteverfall ist z.B. das Nachlassen der Sehkraft, so dass ein Präzisions-Uhrmacher nicht wegen normaler Alterskurzsichtigkeit berufsunfähig werden kann werden kann. Der 53-jährige versicherte Bauarbeiter behauptet, berufsunfähig zu sein, weil seine Kräfte so nachgelassen haben, dass er nicht mehr gut auf Gerüste klettern und Baumaterialien tragen kann. Abzustellen ist im Vergleich nicht auf den körperlichen Zustand von 53-jährigen Bauarbeitern, sondern auf den eines durchschnittlichen 53-Jährigen.

    Was versteht man unter einem mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall?

    Die Formulierung mehr als altersentsprechend in den Bedingungen stimmt in der Regel mit dem Wortlaut der gesetzlichen Definition von Berufsunfähigkeit (BU-Leitbild: § 172 Abs. 2 VVG) überein. Mit dieser Formulierung ist der über den ’normalen’ Kräfteverfall hinausgehende, unvorhersehbare, weil nicht altersgemäße Kräfteverfall versichert.

    Unterscheidet sich in der Regulierung der (einfache) Kräfteverfall vom altersentsprechenden Kräfteverfall?

    Ja, gemäß der oberlandesgerichtlichen Rechtsprechung ist nur der über den normalen Kräfteverfall hinausgehende, nicht altersgerechte, unvorhersehbare Kräfteverfall ein Leistungsfall; der (einfache) altersgerechte Kräfteverfall fällt nicht darunter. Bedingungen, in denen nur von Kräfteverfall die Rede ist, bieten deshalb keinen umfangreicheren Versicherungsschutz als Bedingungen, in denen der mehr als altersentsprechende Kräfteverfall versichert ist. Durch die Aufnahme des Zusatzes „mehr als altersentsprechend“ in die gesetzliche BU-Definition (§172 Abs. 2 VVG) sind somit die Grundsätze dieser Rechtsprechung festgeschrieben worden.

    Pflegebedürftigkeit

    Pflegebedürftigkeit ist nach den Bedingungen der Versicherer in der Regel definiert, wenn die versicherte Person 6 Monate ununterbrochen pflegebedürftig ist. Die Einstufung Pflegebedürftigkeit erfolgt je nach Anbieter nach den gesetzlichen Pflegestufen (SGB XI) oder ADL – Aktivitäten des täglichen Lebens (Activities of daily living).

    Arbeitsunfähigkeit

    Vermehrt nehmen die Versicherer die Leistungszahlung aufgrund einer Krankschreibung / Arbeitsunfähigkeit (Gelbe-Schein-Regelung) in das Bedingungswerk auf. Die Voraussetzung für die Leistung bei Arbeitsunfähigkeit ist eine 6-monatige ununterbrochene Krankschreibung durch einen Facharzt. Die Leistungen sind in der Regel begrenzt auf 18 bis teilweise 24 Monate.

    Berufsverbot

    Ein Berufsverbot bedeutet nicht automatisch, dass Berufsunfähigkeit nach den Bedingungen vorliegt. Jedoch gibt es Klauseln für bestimmte Berufsgruppen die ein Berufsverbot als Leistungsauslöser mit aufnehmen.

    Infektionsklausel

    Bei einem behördlichen Berufsverbot oder einen mindestens sechs Monate andauernden Tätigkeitsverbot durch das Gesundheitsamt aus ausschließlich gesundheitlichen Gründen erfolgt die Leistung.

    Loss-of-License-Klausel

    Piloten, Fluglotsen, Flugbegleiter und sonstiges Flugpersonal benötigen aufgrund der hohen beruflichen Anforderungen für die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit eine entsprechende Lizenz. Diese muss in regelmäßigen Zeitabständen erneuert werden, hierzu werden körperliche und geistige Untersuchungen vorgenommen. Wird man den gesundheitlichen Anforderungen nicht mehr gerecht wird die Lizenz unter Umständen entzogen. Die Folge ist ein Verbot für die berufliche Tätigkeit. In diesem Fall greift die Loss-of-License-Klausel.

    Ursachen für Berufsunfähigkeit

    Ursachen für BU 2.png

    Steuerliche Behandlung BU in den 3 Schichten

    Die BU in der 1. Schicht: §22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG...

    • Volle Besteuerung, Übergangsregelung bis 2040

    Die BU in der 2. Schicht (§3.63. EStG förderfähigen bAV): §§ 22 Nr. 5 EStG...

    • Volle Besteuerung

    Die BU in der 3. Schicht: §22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb EStG i. V. m. § 55 Abs. 2 EStDV...

    • Ertragsanteilbesteuerung

    §22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb EStG (http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__22.html) i. V. m. § 55 Abs. 2 EStDV...

    Tabelle BU - steuerliche Behandlung.PNG

    Verweisungsrecht

    Abstrakte Verweisung

    Eine Berufsunfähigkeit in dem zuletzt ausgeübten Beruf genügt in vielen Fällen noch nicht, um einen Anspruch auf Berufsunfähigkeitsleistungen auszulösen. Viele VR haben nach ihren Bedingungen das Recht, den Versicherten selbst bei einer Berufsunfähigkeit im bisherigen Beruf auf eine andere Tätigkeit zu verweisen, auch wenn der Versicherte diese Tätigkeit tatsächlich nicht ausübt. Voraussetzung für eine abstrakte Verweisung ist, dass der Versicherte für diese Tätigkeit die notwendigen Fähigkeiten hat (entweder aufgrund einer Ausbildung oder sonstigen Erfahrung) und das er vergleichbar verdient wie vorher und der andere Beruf ein ähnliches soziales Ansehen in der Bevölkerung hat. Die dabei zumutbaren Einkommenseinbußen werden von der Rechtsprechung unterschiedlich bewertet (20-50% zumutbar), einige VR haben diese zumutbare Einbuße in ihren Bedingungen definiert, was eine Sicherheit für den Versicherten bedeutet. Als Faustregel gilt: Je höher der Ausbildungsgrad eines Versicherten, desto schwieriger ist für den VR die abstrakte Verweisung auf einen anderen Beruf. Der VR muss dem Versicherten den Verweisungsberuf aufzeigen, also nach den Merkmalen Tätigkeitsinhalt, Einkommen etc. spezifizieren und der Versicherte muss dann nachweisen, warum er diese Tätigkeit nicht ausüben kann. Einige VR haben in ihren Bedingungen Altersgrenzen normiert, ab wann eine abstrakte Verweisung nicht mehr möglich ist (Beispiel: ab dem 55. Lebensjahr ist eine abstrakte Verweisung nicht mehr möglich). Selbst wenn dann der Versicherte noch eine andere Tätigkeit ausüben könnte, darf der VR nicht mehr verweisen. Einige Versicherer haben ganz auf die abstrakte Verweisung in ihren Bedingungen verzichtet.

    Konkrete Verweisung

    Bei einer konkreten Verweisung liegt zwar Berufsunfähigkeit im bisherigen Beruf vor, der Versicherte übt aber bereits tatsächlich eine andere Tätigkeit aus (er hat zum Beispiel eine Umschulung gemacht und arbeitet jetzt in diesem Umschulungsberuf). Die übrigen Voraussetzungen (Einkommen, Fähigkeiten, Wertschätzung) entsprechen denen bei einer abstrakten Verweisung. In diesen Fällen darf der VR den Versicherten konkret auf die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit verweisen.

    Unterscheidung abstrakte und konkrete Verweisung

    BU Bild 2.png

    Anbieter

    Folgende Gesellschaften bieten dieses Produkt an:

    • Allianz
    • Alte Leipziger
    • AXA / DBV
    • Barmenia
    • Basler
    • Canada Life
    • Concordia
    • Condor
    • Continentale
    • Dialog
    • die Bayerische
    • DEVK
    • Ergo
    • Europa
    • Generali
    • Gothaer
    • Hanse Merkur
    • HDI
    • LV1871
    • Münchener Verein
    • Nürnberger
    • Signal Iduna
    • Standard Life
    • Stuttgarter
    • Swiss Life
    • uniVersa
    • Versicherungskammer Bayern
    • Volkswohl Bund
    • VPV
    • Württembergische
    • WWK
    • Zurich

    Abgrenzung zu anderen Risikoprodukten

    Andere Risikoprodukte.png

    Erwerbsunfähigket

    Erwerbsunfähigkeit bedeutet in der Regel, dass die versicherte Person mindestens sechs Monate ununterbrochen außerstande ist einer Erwerbstätigkeit von mehr als 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen. Die Ursache für die Erwerbsunfähigkeit spielt für die Leistung aus der EU keine Rolle. Eine gute EU bietet weltweiten Versicherungsschutz. hat einen Prognosezeitraum von lediglich 6 Monaten und legt eine zeitliche Definition von weniger 3 Stunden zu Grunde. Der Bezug zum Arbeitsmarkt und zur eigenen Arbeitskraft ist geben, jedoch nicht zum ausgeübten Beruf.

    Grundfähigkeit

    Der Versicherer zahlt eine Rente, wenn der Kunde eine der Grundfähigkeiten wie Sehen, Sprechen, Hören, Gehen, seine Orientierung oder die Fähigkeit zum Gebrauch seiner Hände verliert. Psychische Erkrankungen sind ausgeschlossen. Der Bezug zum Arbeitsmarkt besteht nur indirekt, jedoch sind über diese Absicherungsform private Bereiche des Lebens mit versichert.

    Dread Disease / Schwere Krankheiten Vorsorge

    Bei einer Dread Disease (schwere Krankheit), auch Critical lllness genannt, handelt es sich um eine Versicherungsform, die dem Versicherten finanziellen Rückhalt gewährt, wenn er von einer schweren Krankheit heimgesucht wird. Erkrankt der Versicherte an einer der gedeckten schweren Krankheiten, wird ihm vom Versicherer die bei Vertragsabschluss vereinbarte Versicherungssumme auf einmal ausgezahlt.

    Pflegerente

    Aufgrund der Langlebigkeit und der Einschnitte im deutschen Sozialsystem spielt das Thema Absicherung der Pflegebedürftigkeit eine immer wichtigere Rolle. Das Risiko, schwer zu erkranken oder pflegebedürftig zu werden, steigt mit fortschreitendem Alter.

    Unfallversicherung

    Der Unfallbegriff der privaten Unfallversicherung besagt, dass ein Unfall vorliegt, wenn durch ein „plötzlich von außen unfreiwillig auf den Körper wirkendes Ereignis“ eine Gesundheitsschädigung eintritt. Auch Eigenbewegungen erfüllen die Voraussetzung „von außen“, sofern sie nicht planmäßig oder willensgesteuert (vorsätzlich) verlaufen. Das Merkmal „von außen“ schließt aber Ereignisse aus, die auf einen inneren, organischen Vorgang zurückzuführen sind (z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall).

    Krankenversicherung

    Die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder zu verbessern, das sind die zentralen Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung. Als Solidargemeinschaft übernimmt sie in der Regel die Leistungen für die notwendige medizinische Hilfe im Falle einer Krankheit mit Ausnahme der beruflich bedingten Unfälle und zahlt ein Krankengeld, wenn der Arbeitgeber das Gehalt während einer Arbeitsunfähigkeit nicht weiterbezahlt. Sie übernimmt somit die Behandlungskosten, je nachdem ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind, und trägt einen Teil des Ausfalls Ihres Verdienstes, solange Sie krankgeschrieben sind. Die finanziellen Folgen einer Krankheit sind jedoch nicht abgedeckt!

    Produkteinordnung

    Produkteinordnung.png

Kontaktformular

Erstinformation

Kundeninformation zur Erfüllung der gesetzlichen Informationspflicht gemäß VersVermV

Kontaktdaten:

Andrew Boy Finanzierungs- und Versicherungsmakler
Andrew Boy
Johannastr. 13
04279 Leipzig

Telefon: 0341 26 553 115

Mobil: 0176 979 236 33

E-Mail: info@boy-versicherungsmakler.de
Webseite: http://www.boy-versicherungsmakler.de

Tätigkeitsart:

Versicherungsmakler mit einer Erlaubnis nach

Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO

Immobiliardarlehensvermittler § 34 i GewO

(GewO) = Gewerbeordnung

Gemeinsame Registerstelle nach § 11 a Abs. 1 GewO:

Vermittlerregisternummer Versicherungsvermittlung: D-XRTF-EL63S-63

Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) e.V.
Breite Straße 29
10178 Berlin
Telefon: 0180 600 58 50
(Festnetzpreis 0,20 Euro/Anruf; Mobilfunkpreise maximal 0,60 Euro/Anruf)
www.vermittlerregister.info

Zuständige Registrierungsbehörde:

IHK zu Leipzig
Goerdelerring 5

04109 Leipzig I Tel.:

Telefon: 0341 12670
Telefax: 0341 1267-1421

E-Mail: info@leipzig.ihk.de
Webseite: https://www.leipzig.ihk.de

Offenlegung direkter oder indirekter Beteiligungen über 10% an Versicherungsunternehmen oder von Versicherungsunternehmen am Kapital des Versicherungsvermittlers über 10%:

Der Versicherungsvermittler hält keine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung von mehr als 10 % der Stimmrechte oder des Kapitals an einem Versicherungsunternehmen.

Ein Versicherungsunternehmen hält keine mittelbare oder unmittelbare Beteiligung von mehr als 10 % der Stimmrechte oder des Kapitals am Versicherungsvermittler.

Beratungsleistung:

Hinsichtlich der vermittelten Versicherungsprodukte bietet der Vermittler eine Beratung an.

Vergütung:

Für die Vermittlung der Versicherungsprodukte erhält der Vermittler eine Provision, welche in der Versicherungsprämie enthalten ist. Daneben erhält der Vermittler bei der Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten auch andere Zuwendungen. Der Vermittler vermittelt Versicherungsprodukte von einer Vielzahl unterschiedlicher Versicherer. Die mit den einzelnen Versicherungsgesellschaften vereinbarten Vergütungen, Provisionen und Zuwendungen unterscheiden sich der Höhe nach.

Hiervon Abweichendes muss ausdrücklich zwischen dem Vermittler und dem Auftraggeber vereinbart werden. Insbesondere bei der Vermittlung von sogenannten Nettoprodukten wird in der Regel eine separate Vergütungsabrede vereinbart, die den Auftraggeber zur Zahlung der Vergütung verpflichtet. Nettoprodukte sind Produkte bei denen die Vermittlungsvergütung nicht in der Versicherungsprämie enthalten ist.

Anschriften der Schlichtungsstellen:

Versicherungsombudsmann e.V.
Postfach 08 06 32
10006 Berlin

Tel.: 0800 3696000 (kostenfrei aus deutschen Telefonnetzen)
Fax: 0800 3699000 (kostenfrei aus deutschen Telefonnetzen)
Internet: www.versicherungsombudsmann.de

Ombudsmann für die Private Kranken- und Pflegeversicherung
Postfach 06 02 22
10052 Berlin

Tel.: 0800 2550444 (kostenfrei aus deutschen Telefonnetzen)
Fax: 030 20458931
Internet: www.pkv-ombudsmann.de

Beteiligungen

Der Versicherungsvermittler hält keine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung von mehr als 10% der Stimmrechte oder des Kapitals an einem Versicherungsunternehmen.

Ein Versicherungsunternehmen hält keine mittelbare oder unmittelbare Beteiligung von mehr als 10% der Stimmrechte oder des Kapitals am Versicherungsvermittler.